Trauma und Migration
Immer öfters begegnet man in der sozialen Arbeit Menschen, die direkt oder indirekt an den Folgen von Flucht und Migration leiden bzw. durch Erfahrungen von Gewalt und Krieg traumatisiert wurden.
Dadurch zeigen die Betroffenen oft Verhaltensweisen, die auch Helfer*innen auf eine Belastungsprobe stellen. Aggressive Re-inszenierungen des Erlebten durch Flucht und Krieg, starke depressive Verhaltensweisen und schwer zu erklärende Stimmungsschwankungen sind hierbei nur einige Symptome, die auf eine Traumafolge-Erkrankung hinweisen.
Der Wille, die Betroffenen begleiten und unterstützen zu wollen, reicht hierbei leider nicht immer aus. Professionell beratende, unterstützende und/oder begleitende Fachkräfte benötigen fachspezifische Kenntnisse sowie ein Verständnis für die Folgen sequenzieller Traumatisierungen, da hierdurch Betroffene ihr Traumaerlebnis besser nachvollziehen können und so die Traumabewältigung beschleunigt werden kann. Mit der fachlichen Unterstützung sollen Betroffene eine weitgehende persönliche Stabilisierung erreichen, um ihre Ressourcen für die Erarbeitung von neuen Lebenskonzepten einsetzen zu können.
Dieses Seminar gibt einen Einblick in die Auswirkungen von Traumafolge-Erkrankungen und vermittelt Methoden für den praktischen Alltag, damit die Betroffenen die Kontrolle über die eigenen Gefühle und traumatischen Erfahrungen (wieder) erlangen können.
Zielgruppe
Mitarbeiter*innen in (sozial-)pädagogischen, psychosozialen, beratenden und Berufen sowie alle, die in der Flüchtlingsarbeit im weitesten Sinne tätig sind: JuristInnen, LehrerInnen, PsychotherapeutInnen, ÄrztInnen, Pflegepersonal, Beamte im Flüchtlingswesen usw.
Inhalt
- Einführung in die Psychotraumatologie
- Auswirkungen von Traumatisierungen
- Traumatische Zange
- Posttraumatische Belastungsstörung als Traumafolge
- Formen des Wiedererlebens bei traumatischen Erinnerungen
- Sequenzielle Traumatisierung
- Innere Haltung der Fachkraft
- Rahmenbedingungen des äußeren sicheren Ortes
- Traumapädagogisches Skillstraining zur Stresstoleranz
- Praktische Methoden der Distanzierung und Ressourcenaktivierung für den Alltag
Ziele
- Verständnis über destruktive Verhaltensweisen bei Migrat*innen und UMFs
- Erkennen von Traumafaktoren
- Umsetzung des Fachwissens im Alltag
- Anwendung von grundlegenden Methoden
- Erarbeitung von Fertigkeiten zur besseren Selbstfürsorge
- Besserer Umgang mit Belastungsfaktoren
- Einsatz von neuen Arbeitsmethoden / Arbeitsmaterialien
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